Week 2

Sonntag, 23.07.2017

Die letzten Tage unserer gemeinsamen Reise

... waren ein wunderbares Geschenk! Wir hatten ununterbrochen Sonnenschein und alles lief endlich mal wieder glatt.

Schon wenige Tage nachdem wir in Tofino die vorbezahlten Umschläge für Bennis Handy verschickt hatten, hatten wir es wieder in der Hand. Und das obwohl wir fast schon nicht mehr daran eglaubt hatten, dass Benni Kanada mit seinem Handy verlassen würde.

Zum ersten Mal während unserer Reise hatten wir einen Private Room und es ist wirklich schwer zu beschreiben, was das für ein wunderbares Gefühl war zum ersten Mal in zwei Wochen die Tür hinter uns verschließen zu können. Keiner der uns störte oder schnarchte oder schlecht roch oder einfach nur kein Gefühl dafür hatte was es bedeutete zu Flüstern. Ruhe und Entspannung.

An unserem ersten kompletten Tag in Victoria haben wir uns auf ein Whale Watching Boot eingemietet. Dieses Mal habe ich sogar daran gedacht meine Motion Sickness Tabletten einzuwerfen. Und das war auch gut so denn mindestens 1/3 der österreichischen Rentner-Reisegruppe, die mit uns auf dem Boot waren, wurde Seasick und übergab sich spontan. Und so flüchteten sich Benni und ich aufs Deck wo es nach einer sehr holprigen Überfahrt mit Riesenwellen dann aber auch wirklich etwas zu sehen gab.

Wir hatten das große Glück eine kleine Familie von Resident Orcas vor der Küste des US Bundesstaats Washington beobachten zu können. EIn Männchen, ein Weibchen und ein sehr verspieltes Kalb. Dank des Wellengangs und natürlich auch weil man nie vorhersehen konnte, wann und wo die Orcas auftauchen würden, haben wir nur wenige Schnappschüsse zustande gebracht. Aber was wir erlebt haben war wunderbar. Wir durften sogar ein "Breaching" beobachten, bei dem der Wal komplett aus dem Wasser springt. Herrlich!

Am Donnerstag waren wir im Royal BC Museum, das mir Benni gerne zeigen wollte. Dort gab es verschiedene Austellungen und auch ein paar tolle Bereiche in denen ein Wald oder Strand mit Tieren so nachgebaut war, dass man dachte, man stände wirklich einem Grizzly gegenüber. Genauso auch eine alte Westernstadt. Hier ein paar Impressionen:

Heute ist Freitag und ein sehr trauriger Tag und es wurden schon einige Tränen vergossen. Ich komme gerade zurück vom Flughafen in Victoria. Benni musste sich auf den Rückweg nach Deutschland machen und ich bleibe noch hier für mein Praktikum. Das ist ein ganz schöner Schock auf einmal so ganz allein hier zu sein und auch ein bisschen traurig, denn unsere Zeit hier war so wunderbar und es war genial für mich zum ersten Mal jemanden dabei zu haben bei einer meiner langen Reisen und meine Abenteuer zu teilen. Und jetzt fehlt er mir schon. Auf einmal ist man doch wieder ganz anonym hier im Hostel.

Und weil das ganze doch recht überrschend über mich herein geborchen ist, habe ich beschlossen, dass es jetzt genug ist mit dem von Ort zu Ort reisen (zumindest für dieses Mal). Ursprünglich wollte ich ja nach meinem PRaktikum noch eine Woche dran hängen und allein Reisen, aber das funktioniert jetzt nicht mehr, weil ich es immer mit dieser genialen Zeit mit Benni vergleichen würde. Also werde ich wider Erwarten ein paar Tage früher nach Hause kommen, nämlcih direkt nach meinem letzten Tag im Praktikum. Also ihr Lieben: Samstag 26.08. am frühen Morgen um 07:05 Uhr werde ich in Frankfurt landen. Und ich freue mich auf mein Zuhause. Wirklich gerne wäre ich heute einfach mit Benni nach Hause geflogen. Aber jetzt heißt es Durchhalten. MEin neues Zimmer habe ich gleich heute Mittag bezogen. Es ist noch ein wenig kleiner, aber wunderbar sonnig und vor allem: Ich muss es mir mit niemandem teilen. Hier mein Reich für die nächten 4 Wochen:

Benni und ich sind am Freitag zu meinem Praktikumsunternehmen gelaufen und haben uns den Standpunkt an dem ich arbeiten werde zusammen angeschaut und es sieht wirklich nett aus. Ich denke, dass ich eine Menge lernen werde und darauf freue ich mich. Wenn nur das Beamen schon erfunden wäre, dmit ich die Wochenenden hier nicht allein verbringen muss. wink

Noch ein letztes Mal liebe Grüße von uns Beiden!

Und passt mir gut auf meinen Benni auf in Deutschland!

Gute Nacht und ein sonniges Wochenende aus Victoria!

 

Lisa (und Benni)

Tag 10 und 11:

Unseren dritten Tag in Tofino verbrachten wir mit langen Strandspaziergängen am Chesterman Beach und Eiscreme.

Endlich einmal gab es keine eigenartigen Zwischenfälle. Mit unseren Mitbewohnern hatten wir nur zur Hälfte Glück. Ein junger Reisender aus Deutschland der oft und viel schlief... und leider ein alter Australier der sehr unhygienisch war und dafür sorgte dass unser Zimmer immer furchtbar stank.

Deshalb haben wir uns lieber nach draußen geflüchtet. Wir haben uns noch eine Native Art Gallerie angesehen und schließlich einen Sonnenuntergang am Tonquin Beach beobachtet.

 

Heute, am Dienstag, hieß es dann erstmal 6 Stunden Busfahrt nach Victoria. Da wir morgens um 6 schon den Bus nahmen, hatten wir allerdings noch genug Zeit um an unserem ersten Tag hier auf Erkundung zu gehen. Bei der Suche nach einem Mittagssnack stießen wir auf ein Restaurant das "Bennys" angeboten hat. Natürlich mussten wir das gleich probieren. Es handelte sich dabei um ein mit Ei und Schinken überbackenes, dickes Maisbrot und war ziemlich gut.

Victoria, wo ich nun die nächsten fünf Wochen wohnen werde, gefällt uns ziemlich gut. Im Handumdrehen ist man in großen Parkanlagen oder am Meer.

Im Zimmerpreis inbegriffen sind Frühstück, Abendessen und ein Willkommenscocktail, den wir uns nun gleich an der Bar zu Gemüte führen werden. Zum ersten Mal während unserer Reise haben wir nun auch ein Zimmer ganz für sich. Es ist super klein, aber sehr witzig eingerichtet und hat wirklich allen nötigen Komfort. (Sogar Kühlschrank und Waschbecken. :-) ) Hier ein paar erste Impressionen:

 

von außen

von innen

 

So ihr Lieben, wir verabschieden uns mit einem sonnigen Ship Ahoy aus Victoria!

 

 

Tag 8 und 9: Nanaimo, Tofino - same, same but different

Ohne Frühstück dafür aber mit genug ausreichend Zeitpuffer zwischen Aufbruch und Ankommen verließen wir mit gemischten Gefühlen Vancouver. Einerseits liegt die Stadt tatsächlich genial am Fuß der Berge und direkt an der Meeresbucht, aber überall - wirklich überall wird gebettelt oder wirres Zeug gebrüllt. Von Ecke zu Ecke wechselt sich Staunen mit Erschrecken ab.

In Nahtlosem Übergang bestiegen wir die Fähre und genossen die Aussicht - bis zum nächsten Schrecken: mein (Benni) Handy lag noch im Hostel....und so wie ich hier sitze und tippe liegt es dort immer noch.
An Bord konnte ich ein Telefon benutzen und vereinbarte mir das Handy nach Victoria schicken zu lassen. Mal sehen wie das Ende vom Lied klingen wird und ob ich Canada mit oder ohne Mobiltelefon verlassen werde....

Die Busfahrt war erfreulich - wie Sightseeing, vier Stunden durch die Natur - und so verging die Zeit auch recht schnell.



Somit in Tofino angekommen wollen wir uns jetzt ein wenig fallen lassen und den Urlaub genießen. Und wie sollte sich das besser zelebrieren lassen, als mit einem großen Korb Fish 'n Chips.

Am ersten Abend haben wir zusammen die Stadt und den angrenzenden Strand erkundet. Das Witzigste dort waren die Gezeitentümpel. Dort konnten wir Seeanemonen beobachten und Korallen beim "Essen" zusehen. Wusstet ihr, dass man das wirklich sehen kann? Es sieht aus, als ob sie ihre kleinen schwarzen Zungen rausstrecken.

Hier ein kleiner Zusammenschnitt spannender und so verschiedener Landschaften, die uns in der letzten Woche umgeben haben:

 

Heute am Sonntag haben wir eine Kanutour mit einem First Nation Kanu und einer indianischen Führerin gebucht. 4 Stunden lang glitten wir fast lautlos über das Wasser. Es war ein unglaubliches Gefühl, sich von einem Native an die Hand nehmen und in eine über 5000 Jahre alte Welt entführen zu lassen. Die Stille in einem Wald umgeben von Waldriesen (2000 Jahre alten Rotzedern) war friedlich und gespenstisch zugleich und es wundert uns überhaupt nicht, dass man hier Geister sieht.

Auf dem Hinweg zur Insel wurden wir von einer Robbe begleitet, auf dem Rückweg wurden wir von zwei Seeadlern neugierig beäugt und bewacht. Tsimka, unsere Führerin sang ein traditionelles Ruderlied der Nuu-chah-nulth und wir stießen unsere nach alter Tradition geschnitzten Paddel im Gleichtakt in den Pazifik.

Das war ein absolutes Highlight und hat die letzten Tage wieder aufgewogen. Witziger Weise saßen wir mit zwei Navy-Offizieren im Boot, die in Victoria nur einen Block von unserem Hostel entfernt wohnen. Sie haben mich gleich eingeladen, während meines Praktikums einmal zum Abendessen vorbei zu kommen.

Jetzt aber erst mal eine gute Nacht aus British Columbia!