Week 3

Sonntag, 30.07.2017

Sonntag, 06.08.2017: EIn Rückblick auf die erste Woche im Praktikum

Hallo da draußen!

Ich habe meine erste Woche im Praktikum erfolgreich hinter mich gebracht. Seit Montag sind meine Tage auch wesentlich voller und mit der Langweile war es schlagartig vorbei.

Hier ein paar Fotos von einem schönen Abend am Hafen. Chinesische Geige klingt super zum Sonnenuntergang.

Mein erster EIndruck von den Leuten im Büro war sehr positiv und das hat sich auch nach einer Woche nicht verändert. Rita und Jenn sind super. Linda, meine Chefin, auch aber ich muss sagen dass ich seit dem Angebot mit dem "zu ihr ziehen" (am allerersten Tag als wir uns kennengelernt haben) doch Spuren hinterlassen hat bei mir. Ich habe ihr schon Dienstag gesagt, dass ich im Hostel bleiben möchte. Ich genieße meine Privatsphäre und es widerstrebt mir zu fremden Menschen zu ziehen. Ich glaube Linda versucht mich ein bisschen zu adoptieren, aber das hat mit mir noch nie so wirklich funktioniert. Ich brauche meinen Freiraum und den hätte ich bei ihr nicht gehabt.

Dennoch möchte ich sagen, dass sie super lieb zu mir ist. Schon am Mittwoch hat sie bedauert, dass sie mich nicht bezahlen kann oder eben darf da ich ja kein Arbeitsvisum habe. Deshalb möchte sie mich mit jeder Menge Essen entschädigen. Seitdem nimmt sie mich jeden Mittag mit zu einem Markt, drückt mir nen Korb in die Hand und sagt: Füll ihn! Sie zahlt jeden Tag mein Mittagessen und obendrauf noch alles, wonach mir der Sinn steht. Dabei ist es nicht gestattet zu wenig zu nehmen. Immer wenn ich "höflich" sein will und nur wenig aussuche kommt sie mit noch zwei Händen voll Dingen die sie mir in den Korb legt. So kam ich diese Woche zu sehr viel frischem Gemüse und Obst, bekam zwei Mal Eis ausgegeben, mehrfach Kaffee und sogar Quiche.

Ich freue mich ziemlich darüber mich dieses Mal nicht "low budget" ernähren zu müssen. Das bedeutet hier in Kanada nämlich meist: Ungesund! Wenn ich dann doch mal was Ungesundes möchte, dann gibt es hier noch genug Burgerläden. Ich schaue dann aber immer dass ich dorthin mindestens eine halbe STunde laufen muss, damit ich den Burger gleich wieder abtrainiere.

Vielleicht werde ich also dieses Mal in Kanada zum ersten Mal nicht fett. cool

Zu meiner Arbeit:

Begonnen habe ich die Woche damit verschiedene 2D zeichnungen oder Fassade zu bearbeitet. WIr erstellen dann im Studio immer so 10 verschiedene Möglichkeiten von allem und wenn dann der Kunde kommt, dann muss er nur noch einen Berg an Bildern durchgehen und sagen welches ihm am Besten gefällt.

Ich finde besonders toll, dass ich immer wenn jemand etwas außerhalb des Studios zu erledigen hat, mitgenommen werde. Ich kenne so schon unzählige Kunden und Projekte und ich werde auch wirklich ernsthaft um Rat gefragt - sowohl von den Kunden als auch von meinen Kollegen. Es ist ein gutes Gefühl, dass ich hier so ernst genommen werde. Ich fühle mich gar nicht wie ein Student der weniger kann als meine Kollegen und noch ganz viel Lernen muss. Ich habe sogar einen Tag lang einen Kurs in Vectorworks gegeben und meine Chefin hätte gerne dass ich von Deutschland aus - dann aber gegen Bezahlung - für sie arbeite. Hier wird das 3D Zeichnen nicht gelehrt. Deshalb sind alle super baff wenn ich das, was sie auf einem Zettel aufzeichnen, dann als ein von allen Seiten anschaubares 3D Modell verwandle.

Am Ende der Woche bekam ich dann ein Großprojekt übertragen, dass ich nun ganz alleine bearbeite. Es ist auch wirklich mein Projekt und nicht so dass ich irgendjemandem zuarbeite von den "richtigen" Innenarchitekte. Meine Aufgabe ist es ein Konzept für einen offenen Officebereich zu entwerfen und 3D darzustellen. Dann wird das riesig Ausgedruclt und as Werbung für das Studio in der Stadt ausgehängt.

Der Kunde, der sich dafür interessiert oder dessen Interesse geweckt wurde, dieses Bürogebäude zu übernehmen, bekommt dann tatsächlich das Büro das ich entwickle und weiß durch die 3D Darstellung schon vor Beginn des Baus was er bekommen wird.

Die Arbeit hier ist viel entspannter als in Deutschland. Mit allen Kunden spricht man sich mit Vornamen an, nichts geschieht im Zeitdruck und freitags kriegt man von meiner Chefin "Strafen" aufgebrummt, wenn man a) zu hart arbeitet und b) nicht mindestens eine Viertelstunde vor Feierabend schon das Gebäude verlässt. Ich sag euch, das sind Zustände hier. wink Ich wurde Freitag zum Gespött aller, weil ich echt von morgens bis Abends mit nur wenigen Pausen an meinem Projekt gearbeitet habe. Das macht man hier so offenbar nicht - in Deutschland wäre das selbstverständlich.

Mein Wochenende habe ich nach dem vielen SItzen sportlich geplant. So begleitete ich Linda und eine ihrer Freundinnen am Samstag zu einer "Hiking Tour".

Was mich dann erwartete war zwar eher ein seichter Spaziergang, aber dennoch gab es viel Bewegung, Kaffee und Mittagessen inklusive und am Schluss noch einen Abstecher zu einem fernen Strand.

Heute am Sonntag war ich endlich Ausreiten. Sie packten mich zwar auf einen Anfängertrail auf ein Anfängerpferd aber dennoch war es toll wieder im Sattel zu sein. WIr sind einen 1 1/2 stündigen Trail um Elk Lake geritten mit vielen kleinen wegen und sogar einigen Brücken die gefährlich gewackelt haben. Von dem COugar vor dem alle hier gerade warnen und weshalb man eigentlich am Elk Lake gerade nicht Reiten oder Wandern soll, war nichts zu sehen. Glück gehabt.

Das hier war mein Pferd Kacey, ein Arabermix. Und suuuper langsam.

Heute Abend startet hier ein großes Event namens "Synphony Splash" Sie bauen dazu eine Bühne auf dem Wasser im Hafen auf und es wir das Orchester spielen und ein Feuerwerk geben. Ich schaue mir das nachher mal an.

Morgen gehe ich mit "Menno" einem Holländer in Sooke wandern. Mal schauen ob das etwas sportlicher wird als mit den älteren Damen.

 

Liebe Grüße an euch alle

 

Lisa

 

 

 

1st day of my internship

Back home at the hostel I need some time to take a breath because sooo much was happening today. I started working at 9:30am at the studio of Design One Stevens Interiors.

The first person to meet was the office manager Jennifer (everybody just calls her Jenn) who is great. You can easily talk to her about everythink. She even tried to find me a bakery that does German bread over here. She started showing me around the office when my boss Linda arrived. Here´s a picture of Linda, my boss:

Linda was not so talketive at first but I think she just has so much to think about and to do all day that she is allways busy. But after some time when I just felt like everybody forgot me and I sat there alone in the backroom of the office Linda gave me a job to do and then (even though I had be super shy) I realized that if you have a problem with the task she gave you or if you just have a question she will always take as much time as it takes to help you so I stopped being afraid of her at the end of the day. wink

Another person I got to know today was Rita. I could easily talk to her and we are sharing an office until the end of the week. Here´s a picture of her as well:

And some of the office and it´s nice backyard and my workplace:

And Rita´s Place

 

I was a bit shocked when shortly after lunch Linda´s husband arrived and he was making jokes and then seemed to have been talking to Linda because all of a sudden the two of them invited my to stay at their home instead of the hostel. I didn´t know what to say because this really is a tempting option, since the hostel is noisy and everything.... but still I have my total privacy here. And I didn´t want to be rude so I hoped she just wouldn´t want me to decide quickly. But after she took me o her house, which is nice, she dropped me of at the hostel and didn´t pressure me. So I can do what ever I like. She said to even split my stay and stay like 2 weeks at the hostel and then the last two weeks at her house. Right now I think I´d rather stay at the hostel for I have my privacy and I am kind of anonymous which makes it easy to relax after work is done and I enjoy the possibility to get to know people from all over the world. But at least I don´t have to decide yet. 

I feel I am going to enjoy the work at the studio and I think I´m going to learn so much more than in 6 semesters at my school. Tomorrow Linda promised to take me out on a construction side so I can see what her work is like outside the office.

See ya guys

All the best, Lisa

 

 

 

30.07.2017

Hallöchen da draußen!

Beginnen möchte ich dieses Mal mit einem kleinen 360 Grad Video der letzten Tage!

Und ein paar Impressionen von Victoria (einer sehr europäisch anmutenden Stadt).

Ich habe gerade mein erstes Wochenende alleine hinter mir und bis auf die Tatsache, dass ich mich etwas gelangweilt habe, war es gar nicht so schlimm wie erwartet. Ich konnte auch aufhören, Benni ständig zu vermissen, wenn ich meine Touren durch die Stadt gedreht habe. Nur abends, wenn man allein schlafen gehen muss und bei den Mahlzeiten merke ich es sehr. Zum Glück hat das Hostel eine super Internetverbindung, sodass wir ganz viel Skypen können - wann immer es die Zeitverschiebung eben zulässt.

Am Samstag habe ich meinen Tag an der Fisherman´s Wharf verbracht. Das sind ein paar Stege und schwimmende Häuser und dort gibt es den besten Fish and Chips Laden in Victoria, bei dem man ewig anstehen muss, aber es war es wert.

Angeblich sollte man hier auch die Seerobben füttern können. Aber seit im April die Fütterung verboten wurde haben sich wohl die Seerobben auch nicht mehr dort blicken lassen. Schade.

Auf dem Rückweg bin ich durch ein Museum über die Geschichte des Hafengeländes gestoßen, das von Indianern betrieben wurde. Sie haben mich dann für den Abend zu einer Tanzveranstaltung eingeladen. Als ich dann aber um 6 Uhr an dem Gebäude ankam, handelte es sich wohl doch nicht für eine für die Öffentlichkeit gedachte Veranstaltung. Es waren wirklich nur Indianer da und zu meinem Schrecken alle in Abendrobe. Ich bin in den Saal gekommen, völlig underdressed und wurde dann auch gar nicht beachtet. Da bin ich dann doch wieder abegedreht und habe dann im Hostel noch ein wenig Vokabeln für Innenarchitekten gelernt.

Heute am Sonntag war ich den ganzen Nachmittag spazieren. Mein eigentliches Ziel war der Streichelzoo im Beacon Hill Park, aber nachdem das Wetter so schön sonnig und heiß war bin ich dann doch beim Strand hängen geblieben und habe nach Muscheln und Steinen gestöbert.

Im Beacon Hill Park sieht es zur Zeit übrigens so aus als wäre man in der Toskana. Alles ist sehr trocken. Seit ich hier bin hat es nur einmal ein wenig Nieselregen gegeben. Ansonsten knallt die Sonne vom Himmel. Und das ist ganz schön heiß!

Morgen startet mein Praktikum und ich bin ganz schön aufgeregt. Ich bin mir nicht sicher ob ich einen guten ersten Eindruck machen werde obwohl ich mir mit dem Bügeln meiner Blusen und dem Lernen der Vokabeln einige Mühe gegeben habe. Mal sehen. Erste Eindrücke gibt es dann im nächsten Eintrag!

Bis bald!